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Puschel schreibt am 17. Juni:

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Meine lieben Freunde,

Vielen Dank für alle eure eMails, Briefe und alle eure Gebete. Danke für all eure ermutigenden Worte, Bibelverse und Lieder. Einige schrieben mir “Das einzige, was ich für dich tun kann, ist beten…”. Ich kann euch nur sagen: Dies ist das Beste, was ihr für mich tun könnt! Was könnte besser sein, als seine Lieben in die Hände unseres Schöpfers zu legen?! Eine seiner großen Verheißungen ist die, dass ER uns hören wird!

Was ich jetzt immer wieder neu lernen „darf“, ist, dass ich mich an jedem neuen Tag mit IHM freuen kann. Wir leben an diesem Tag, aber nur Gott weiss, ob wir auch morgen noch hier sein werden. Für mich sind die Vögel ein gutes Beispiel. Sie fangen früh am Morgen an zu singen und tun dies bis in die Nacht. Warum tun sie das den ganzen Tag lang? Weil sie sich des Lebens freuen, ohne sich über den nächsten Tag Sorgen zu machen. Nun werdet ihr mir vielleicht sagen, dass wir ja keine Vögel sind und Gott uns einen viel größeren Verstand gegeben hat….?! Das ist sicher richtig, aber wir wissen ja auch, dass wir für IHN mehr wert sind als die Vögel. Das bedeutet, dass wir uns eigentlich weniger Sorgen machen müssten als die Vögel.

Ausserdem ist es ein Befehl von Ihm und nicht nur ein Tipp, denn er weiss viel besser, dass wenn wir anfangen uns Sorgen zu machen, weil wir in die falsche Richtung driften. Wenn wir uns Sorgen machen, dann lassen wir die Probleme größer werden als Gott selber. Was kann daran gut sein? Wir können seine Wege und Entscheidungen oft nicht (gleich) verstehen oder fassen sie  negativ auf , aber Er ist der einzige, der weiss, was als nächstes kommt.

Ich weiss, dass wir als Menschen oft zu gerne wüssten, was die Zukunft bringt, doch meint ihr nicht, dass es besser wäre, uns von IHM auf den nächsten Schritt vorbereiten zu lassen?

Dinge an denen ich mich freue…

Lass mich euch von meiner letzten Chemo erzählen.. Am ersten Tag hier in der Klinik war mit sehr Übel und ich war sehr müde. I hätte am liebsten einfach bei uns im Garten gelegen, um zu schlafen. Das ist keine gute Verfassung, eine Chemo zu beginnen, oder? Aber wisst ihr was? Gott hat mir “erlaubt”, am Ende die Klinik mit mehr Energie  zu verlassen, als ich gekommen war. Vielen Dank für eure Gebete!

Oh, und gestern nach zwei Tagen Pause zu Hause bin ich mit Papa und Eva, meiner Freundin, wieder zurück nach Berlin ins Krankenhaus gegangen. Nachdem wir allen Papierkram, Blutabnahmen und was bei einer Aufnahme anfällt, erledigt hatten, wurde uns erlaubt noch mal einen kleinen Ausgang zu genießen. Ich habe Jesus gefragt, ob er uns nicht eine gute Pizzeria zeigen könnte, damit wir uns an einem herzhaften Mal erfreuen könnten. Wisst ihr, ich glaube an dem Abend aß ich meine beste Pizza! Gott kümmert sich um die kleinsten Sachen!

Während ich diese Zeilen für euch schreibe, tropft die Chemo, eine, die ich das erste Mal ganz und gar nicht gut vertragen habe. Doch jetzt ist es anders. Ich bin für meinen jetzigen Zustand sehr dankbar. Heute morgen vor der Chemo habe ich mich noch über mein letztes Stück Pizza gefreut, und gerade esse ich ein Stück Wassermelone.

Meine Schmerzen wurden selbst in den letzten zwei Wochen weniger! Es ist kein Vergleich zu den Schmerzen die ich davor in den letzen fünf Monaten hatte.

Ich weiss aber auch, dass, wenn es mir in den nächsten Tagen wieder schlecht gehen sollte, Gott mich dann durchtragen wird, wie er es immer getan hat. Wie gut zu wissen, dass mein Zukunft in seiner Hand liegt!

Am Montag bekam ich ein großes Paket mit einer Eiswürfelmaschine! Sie kam von meiner Patentante und meinem Patenonkel (die gehören zu einer Familie, sind also verheiratet!) und ihrer Familie, sowie Freunden von ihnen. Ich bin von El Salvador her ziemlich verwöhnt. Und jetzt wird meine ganze Familie verwöhnt… Denn ihr wisst ja, dass solch eine Maschine hier in Deutschland nicht so normal ist.

Während ich dies schreibe, habe ich den ersten Tag der harten und letzten Chemo in diesem Zyklus schon hinter mir. Ich bin sehr dankbar, dass es mir nach wie vor gut geht. Auch mit meinen Schmerzen ist es besser geworden. Es ist ziemlich anders, als in den letzten zwei Wochen. Und es ist kein Vergleich zu den Schmerzen der letzten fünf Monate!

Aber ich weiss auch, dass ER bei mir ist, wenn es mir in den nächsten Tagen wieder schlechter gehen sollte. Wie gut ist es, zu wissen, dass mein Vater im Himmel meine Zukunft in seiner Hand hat!

Vater, wenn du willst, dann lass doch diesen Kelch an mir vorüber gehen, aber nicht mein, sondern dein Wille soll geschehen! Lukas 22,42

Bei Gott ist mein Heil, meine Ehre, der Fels meiner Stärke; meine Zuversicht ist auf Gott..  . Hoffet auf ihn allezeit, liebe Leute, schüttet euer Herz vor ihm aus; Gott ist unsre Zuversicht. Psalm 62,8+9

Ok, jetzt ist es Zeit für mich für ein kleines Schläfchen…