Puschel schreibt am 20. Mai:

Meine lieben Freunde,

Ich weiß, dass ich viel ruhen muss, aber ich kann nicht länger an mich halten… Ich will wenigstens eine kleine Nachricht für euch hinterlassen.

In den vergangenen zwei Wochen hatte ich eine Menge Tränen in den Augen, weil ich so berührt bin von der Tatsache, dass ich solch eine große „himmlische“ Familie habe. Ich bin soooo dankbar für eure Gebete Danke für alle eMails und Postbriefe. Ich habe hier in meinem Zimmer eine Karte, auf der ich alle Länder sehen kann, in denen ich Freunde habe, die für mich beten (El Salvador, Nicaragua, Argentine, USA, Canada, New Zeeland, Australia, China, Latvia, Sweden, Holland, Belgian, Austria, Switzerland, Poland and Germany).

Es ist viel passiert in den letzten zwei Wochen. Aber ehrlich gesagt – ich kann mich an Vieles nicht erinnern. Gerade habe ich gelesen, was mein Vater über diese Zeit in seinen Tagesberichten geschrieben hat. Ich kann euch nur sagen: Gott hat mich hindurchgetragen durch diese Zeit. Ich erinnere mich, dass ich in Teterow lag. Mein Körper war so schwach, dass ich nicht einmal Kraft hatte, selbst zu trinken. Ich war oft nicht einmal in der Lage, über meine Situation nachzudenken. Ich habe in irgendeinem Moment aber eines gedacht: das könnte es gewesen sein mit meinem Leben hier auf der Erde. Zu Gott habe ich da gesagt, dass ich gern noch ein bisschen länger leben würde. Doch wenn sein Wille ein anderer ist, dann ist das ok. Denn mein Leben soll nicht mir gehören, sondern IHM (life is not about me any way  - Phil 1). Für einige Tage hatte ich nur noch den Eindruck, dass nur noch Jesus da war – und ich (nicht mein Körper. Und alles, was mein Leben ausmachte, war ER. Es ist echt schwer zu erklären. Aber es war einfach so. Ich weiß besser als je zuvor: Wenn ich gehen muss, dann darf ich an einen noch viel besseren Ort gehen.

Denkt jetzt aber bitte nicht, dass ich vom Leben müde wäre. Ich wollte euch nur etwas von dem Frieden mitteilen, den ich habe und dass sich nichts zwischen meinen Herrn und mich stellen kann, es sei denn meine eigene Entscheidung. Doch eine solche Entscheidung gegen Gott wäre das Dümmste, was ich tun könnte. Denn ich bin nichts ohne IHN – ER ist alles für mich. Alles, meine Freunde, alles, was wir brauchen, ist Jesus! Ich weiß, dass es viele Probleme im Leben geben kann, aber ich möchte euch ermutigen, allezeit auf IHN zu sehen. (Die auf IHN sehen, werden strahlen vor Freude, und ihr Vertrauen wird nicht enttäuscht werden – Psalm 34,6).  Lasst uns mutig vorangehen und seine Versprechen „einsammeln“ und IHN beim Wort nehmen. Lasst Gott wirklich Gott sein! ER ist der Schöpfer. Wen kennst du, der größer wäre als ER, und der doch dich dein Leben lang begeleiten möchte? Freu dich an IHM! Lass IHN deienn Lehrer sein und dich formen! Er will dich an seine starke Hand nehmen!
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Mein Vater hat in seinem letzten Bericht mit den Haaren recht. Ich kann ziehen und sie (büschelweise) meinen Besuchern schenken. Aber das ist ok, ich werde für eine Weile wohl im Blick auf die Schönheit anderen Mädchen den Vorrang lassen…(mein Papa findet mich aber auch ohne Haare schön - hat er gesagt...!) Wartet nur, bis ich meine ersten „Puschel-Löckchen wiederbekomme... 20.05.2007 22-37-41_0007-300

Hey sagt, ihr habt über die Glocke für “La casa de mi padre” gehört! Danke sehr für alle Antworten. Mein Vater wird euch sagen, wie ihr helfen könnt, wenn ihr dies möchtet. Was ich mir wünschen würde, ist, dass ihr mal auf die neue Homepage von MFH schaut: www.mfh-elsalvador.org Dort könnt ihr etwas lesen über die Vision und alle Dinge im Blick auf die Kinder. Dies ist das, wofür mein Herz schlägt – Kinder ohne Eltern. Ich möchte so sehr, dass sie etwas erfahren über den Vater im Himmel und seine Familie hier auf der Erde. Das ganze Projekt ist noch im Anfangsstadium. Was mich freuen würde, ist, wenn ihr darüber betet, ob Gott euch für dieses Projekt haben möchte oder auch eure Gemeinde sich für dieses Projekt erwärmen kann. Es ist ein Projekt, das nicht nur mit den Kids arbeitet, sondern auch mit Verwandten – lest einfach mal auf der Homepage mehr darüber. Leider haben wir für unsere Deutschen noch keine extra Hompage, doch ich hoffe, dass sich das bald ändert . Wir haben dort sogar einen „Direktor für Kommunikation“, Alexia, die deutsch sprechen kann. Habt die Freiheit, auch mal ne eMail zu MFH zu schicken, wenn ihr Fragen habt.

Ich bin an diesem Morgen müde und schwach gewesen. Ich war nicht so richtig klar, ob ich brechen müsste oder nicht. Allerdings hatte ich heute eine gute Mittagsruhe, die mich einigermaßen gestärkt hat. Ich bin halt die ganze Zeit im Bett, was nicht einfach ist, wenn das Wetter so schön ist. Aber ich habe das Fenster offen, sodass die Vögel mir ihr Lied singen. Gut ist, dass ich die Möglichkeit habe, zu Hause Infusionen zu bekommen, die helfen, meinen Wasserhaushalt zu regulieren. Auch kommt täglich jemand von der Sozialstation. 3x in der Woche wird so ein Blutbild gemacht und die Nadeln an meinem Port gewechselt usw.