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21. April 2008

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Ihr meine lieben Freunde,

Ein Jahr ist vergangen, seit ich das kleine tropische Land El Salvador in Zentralamerika verlassen und nach Deutschland zurückkehren musste.  Ich nenne es den Übergang in meinen zweiten Lebensabschnitt. Noch nie war ich so offensichtlich an der Grenze zwischen Leben und Tod. Ja, wir können jederzeit aus so viel verschiedenen Gründen sterben. Aber selten bekommen wir es vorher gezeigt oder gesagt. „Danke, Herr, dass ich leben darf! Dir gebührt Lob und Ehre!“

Kürzlich las ich den Psalm 116
Ps 116,1
Ich liebe den Herrn, denn er hört, wenn ich rufe.
Ps 116,2 Weil er ein offenes Ohr für mich hat, will ich zu ihm beten, solange ich lebe!
Ps 116,3 Der Tod hatte bereits seine Hand nach mir ausgestreckt, die Schrecken des Grabes griffen nach mir. Ich sah keinen Ausweg mehr.
Ps 116,4 Da rief ich den Namen des Herrn an: »Herr, rette mich!«
Ps 116,5 Der Herr ist freundlich und gerecht! Barmherzig ist unser Gott!
Ps 116,6 Der Herr beschützt die Menschen, die hilflos sind. Ich war schwach, doch er hat mich gerettet.
Ps 116,7 Jetzt kann ich wieder ausruhen, denn der Herr war gut zu mir.
Ps 116,8 Er hat meine Seele vor dem Tode bewahrt, meine Augen vor den Tränen und meine Füße vor dem Stolpern.
Ps 116,9 Ich darf in der Nähe des Herrn sein, solange ich lebe!
Ps 116,10 Ich habe dir geglaubt, deshalb habe ich gebetet: »Ich bin verzweifelt, Herr.«
Ps 116,11 In meiner Angst schrie ich zu dir: »Diese Menschen sind alle Lügner!«
Ps 116,12 Was kann ich dem Herrn geben für alles, was er für mich getan hat?
Ps 116,13 Ich will als Zeichen für meine Rettung den Becher erheben und den Namen des Herrn anrufen.
Ps 116,14 Ich will die Versprechen, die ich vor dem Herrn ablegte, vor den Augen des ganzen Volkes erfüllen.
Ps 116,15 Dem Herrn sind die Menschen kostbar, die er liebt; es betrübt ihn, wenn sie sterben.
Ps 116,16 Herr, ich bin dein Diener; ich bin dein Diener, der Sohn deiner Magd, und du hast meine Fesseln zerrissen!
Ps 116,17 Ich will dir ein Dankopfer darbringen und den Namen des Herrn anrufen.
Ps 116,18 Ich will die Versprechen, die ich vor dem Herrn ablegte, vor den Augen des ganzen Volkes erfüllen,
Ps 116,19 im Hause des Herrn, inmitten von Jerusalem. Halleluja!

Hier spricht der Beter des Psalms von ähnlichen Erfahrungen, wie ich sie in den letzten Monaten gemacht habe. Besonders die erste Hälfte und die Schlussfolgerung bei allem ist das Lob des Gottes, der unser Vater ist und so mit uns umgeht. Wenn ich mir meine Notizen des letzten Jahres anschaue, besonders auch die aus der Zeit, bevor ich nach Deutschland zurückkam, dann finde ich das wieder, was der Psalmbeter hier sagt. Ich werde euch ein paar meiner Notizen weiter unten weitergeben.

Ein Jahr ist es jetzt her!

Vor knapp einem Jahr schrieb Keli, eine Freundin, die in China lebt und arbeitet):
„…My heart is saddened by your news but strengthened by your love for Christ!  The kids and I prayed for you this morning and prayed specifically for the people you meet in the hospital that your love would shine for them.  We also prayed angel’s protection around you and for the battle over you in the spiritual realm. …”
(„ Mein Herz ist sehr bewegt und erschüttert durch die Neuigkeiten, die ich von dir höre und lese. Und doch ist es gestärkt durch deine Liebe zu Jesus! Die Kinder und ich haben heute Morgen für dich gebetet und speziell für die Leute, denen du im Krankenhaus begegnen wirst, dass seine Liebe durch dich zu ihnen scheint. Wir haben gebetet, dass ER seine Engel um dich stzellt, dass sie dich behüten. in all den (geistlichen und körperlichen) Kämpfen und Angriffen…“  Für mich steht dieses Gebet stellvertretend für alle eure Gebete in dem ganzen vergangenen Jahr.
Und es  ist ein großes Geschenk, dass ER diese Gebete so sichtbar beantwortet und erhört hat.
 Ich konnte von Anfang meiner Zeit in Deutschland an den tiefen Frieden haben, den ER mir bis heute erhalten hat. Diesen Frieden hatte ich schon in El Salvador, auch, als ich in den Nächten wegen der Schmerzen nur noch herumlaufen konnte.  Zu der Zeit und auch heute noch bin ich trotz der Schmerzen dankbar für diese Nächte. Ich hatte eine große Nähe zu IHM, konnte IHN anbeten und viel Musik hören, die IHN lobt.
Ich konnte diesen Frieden spüren und erleben, dass ich nicht wirklich müde geworden bin. Es war SEINE Kraft und nicht meine. Das weiß ich heute mehr als je zuvor. Ich hatte schon damals Zeiten, in denen ich einfach am Ende war. Aber ich war nie verzweifelt oder habe mit Gott gehadert. Manches Mal habe ich IHN gebeten, die Schmerzen von mir zu nehmen, IHM aber immer gesagt: Dein Wille geschehe.

Ich will euch ein Zitat aus meinem Tagebuch vom 31. März 2006, am Ende meiner Zeit in El Salvador, geben: “ …Hebr. 12,2: Fixing your Eyes…. (Lasset uns aufsehen auf Jesus….) „Oh, mein Vater, in letzter Zeit habe ich meine Augen viel zu viel von dir weg auf meine Probleme und Sorgen gewendet. Vergib mir meine Untreue, Lob, Preis und Ehre gebührt dir allein! Was für einen Vater ich doch habe. Lass mich das nie vergessen. Ich möchte immer mehr werden wie du, Herr Jesus. Ich möchte in diese dunkle Welt dein Licht scheinen lassen.“
„… Es kann sein, dass ich dieses Land nächste Woche verlasse. Herr, verhindere es, wenn es nicht dein Wille ist. Hast du jedoch einen Plan für mich in Deutschland schon geschrieben, dann möchte ich ihm mit Freuden folgen. „In deiner Hand….“Das ist der Beste Ort!

Am 24.4. 2006 steht im Tagebuch: „ … ich verstehe nicht, die letzten 10 Tage waren eine Reise durch Länder und Gefühle. Vor nicht einmal einer Woche wurde die Diagnose gestellt: Knochentumor im Becken. Und dann dieser Friede. Den Frieden, dass du alles in der Hand und den richtigen Plan hast. Danke, mein Vater…! Ich bitte dich so, dass die, die dich noch nicht kennen, auch durch mich dich kennenlernen und die, die dich kennen, dich tiefer erleben.“
Diese feste Bindung an IHN hat mich dann später wirklich getragen. Ich war zu allen Zeiten, auch als es mir ganz schlecht ging, von diesem Frieden in IHM erfüllt. Und das macht mich heute, genau ein Jahr danach, einfach nur froh und dankbar.

Als ich nicht mehr so recht allein beten konnte, da habt ihr mitgeholfen. Auch das ist für mich eine große Gnade. Ihr habt mich so mit euren Gebeten begleitet, dass der Friede, den ER gibt, nie von mir gewichen ist, auch dann nicht, als ich vor der kleinen und großen OP stand oder in den Zeiten, in denen ich weit weg von der Realität im „Nirwana der Chemo“ war… So habe ich SEINE große Familie erlebt! Heute ist Vieles anders als vor einem Jahr. Und ich danke Gott für alles, was ER mir geschenkt hat, auch durch euch alle.

In meiner Familie hat sich auch Manches verändert.  Wir alle haben Gott erlebt! Wir hätten es uns so nie ausgesucht. Aber wir haben gesehen, dass SEINE Wege gut sind.
Auch mein „kleiner“ Bruder,  Silas,  hat durch dieses Jahr hindurch viel Zuversicht und einen ganz anderen Blick auf Gott und für sein Leben bekommen. In einem halben Jahr will er mit den „Co Workers international“  seinen Zivildienst in Äthiopien antreten (wer möchte, kann bald auf seiner Homepage verfolgen, wie es ihm dort ergeht:
www.silas.holmer.info ). Er wird dorthin gehen mit dem Erleben im Hintergrund seiner Erfahrungen, dass Gott immer mitgeht. Und ich gespannt darauf, was er dort mit Jesus erleben wird.

Und ich wünsche nichts mehr als dass wir alle, auch ihr alle neu entdecken, dass ER treu zu uns steht und einfach nur auf unser Vertrauen wartet.

Danke für alles! Danke für eure Liebe, für euer Beten, für euer Tragen mit mir, mit uns. ER ist da! IHN will ich loben mein Leben lang!

 

Ein Jahr ist es jetzt her...

Ps 116,1:
Ich liebe den Herrn, denn er hört, wenn ich rufe.

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Hier kommt
Puschel selbst
zu Wort!!